Kleiner Japanischkurs (02): Selbstvorstellung auf Japanisch

Zu gutem Japanisch gehören nicht nur Vokabeln und Grammatik. Man muss sich auch mit der japanischen Kultur auseinandersetzen und lernen, wie man in Japan und auf Japanisch kommuniziert. Das ist schwierig und, wenn man nicht selbst nach Japan geht, oft nur unzureichend zu erlernen.

Den wissbegierigen Japanischlernern empfehle ich für den Anfang immer einen guten Sprachkurs mit ausgebildeten Lehrkräften. Das kann an der örtlichen Volkshochschule sein, aber auch an der Universität oder anderen spezialisierten Sprachschulen. Nur dort kann, auch außerhalb Japans, japanische Kommunikation simuliert und eingeübt werden. Außerdem erhält man wertvolle Korrekturen, sowie Hilfe bei der Aussprache und sonstige Informationen, die man woanders nur unzureichend bekommen würde.

Mein Online-Sprachkurs soll interessante Punkte aufgreifen, damit man sich noch einmal genauer mit den Dingen beschäftigen kann, die man im Laufe der Sprachausbildung schon kennengelernt hat.

Nachdem wir beim letzten Mal einige Grußworte kennengelernt haben und wissen, wie man ein Gespräch beginnt und auch wieder beenden kann, möchte ich in diesem Beitrag auf eine Kommunikationssituation eingehen, die man in Japan wohl mit am häufigsten bewältigen muss: die eigene Selbstvorstellung. Wie stelle ich mich auf Japanisch vor und worauf sollte man dabei achten? Möglichkeiten gibt es sicherlich einige, vorstellen möchte ich hier die simpelste Methode, sowie das notwendige Gerüst für einen in sich abgeschlossenen Dialog.


Um auf Japanisch seinen Namen zu sagen und sich seinem Gegenüber vorzustellen, braucht man bloß ein japanisches Verb: です (desu). Dieses kleine Wort hat sehr viele Funktionen. An dieser Stelle können wir es uns erst einmal als ‚Ich bin…‘ vorstellen.

In einem ordentlichen japanischen Satz steht das Verb oder eine andere verbale Form immer am Satzende. Möchten wir also einen Satz mit です (desu) bilden, dann steht dieses immer am Satzende.

〇〇です。 (〇〇 desu.)

Alle anderen wichtigen Informationen eines japanischen Satzes stehen immer vor dem Verb. Wollen wir also unseren Namen nennen, stellen wir ihn im Satz einfach vor das Verb:

MARCELです。 (Marcel desu.)

Die explizite Nennung eines Subjekts (z.b. ‚ich‘) ist im Japanischen in der Regel nicht notwendig. Das liegt daran, dass die japanische Sprache sehr viel stärker kontextorientiert ist, als beispielsweise die deutsche Sprache. Dadurch müssen Informationen, die aus dem Kontext erschlossen werden können, normalerweise nicht genannt werden.

Japaner werden ausländische Namen auf ihre Art und Weise wahrnehmen und unter Umständen prüfend nachfragen. Man sollte verstehen, dass Japaner bei Namen mit vielen Konsonanten hier und da einen Vokal einfügen werden, um ihn besser zu verstehen und auch auf Japanisch schreibbar zu machen. Das liegt daran, dass die japanische Sprache ziemlich regelmäßig aus der Lautfolge ‚Konsonant + Vokal‘ besteht. Wie man seinen Namen ins Japanische überträgt werde ich wohl an einer anderen Stelle noch einmal genauer erklären. Ein Schritt sollte aber auch immer das Erkundigen bei einem Japanischlehrer, Muttersprachler oder erfahrenem Japanischlehrer sein.

Einfach nur den eigenen Namen zu nennen hat jedoch noch nicht. viel mit guter Kommunikation zu tun. Wir sagen ja auch nicht einfach so ‚Ich heiße Soundso.‘, so ganz ohne Begrüßung und jegliche Floskel. Was muss also noch her, damit die eigene Selbstvorstellung rund wirkt?

Mal ganz abgesehen von der Nennung der Tageszeit, so wie wir es schon kennengelernt haben, gibt es im Japanischen eine Floskel, die man dann benutzt, wenn man jemanden das erste Mal sieht und daraufhin kennenlernt:

はじめまして。 (Hajimemashite.)

Am ehesten entspricht diese Floskel wohl unserem ‚Es freut mich Sie kennenzulernen.‘ Unsere Selbstvorstellung kommt einer natürlichen Gesprächssituation nun schon recht nahe:

はじめまして。 (Hajimemashite.)

MARCELです。 (Marcel desu.)

Auch am Ende unserer Selbstvorstellung sollten wir noch eine Floskel hinzufügen:

よろしく お願い します。 (Yoroshiku onegai shimasu.)

Diese Floskel drückt aus, dass man sich und dem Gegenüber eine gute Zusammenarbeit wünscht. Oft ist sie auch mit dem Wunsch verbunden, dass der Gegenüber etwas für einen tut. So hört und liest man diese Phrase recht häufig; beispielsweise am Ende von Geschäftsbriefen, mehr oder weniger wichtigen E-Mails oder vor Beginn eines gemeinsamen Projekts. Gut ins Deutsche übertragen lässt sich diese Phrase eher nicht. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass man damit höflich wirkt und zeigen kann, dass man die Grundlagen der japanischen Kommunikation verstanden hat.

Unsere Selbstvorstellung sieht nun also so aus:

はじめまして。 (Hajimemashite.)

MARCELです。 (MARCEL desu.)

よろしく お願い します。 (Yoroshiku onegai shimasu.)

Damit können wir uns jedem Japaner vorstellen und höchstwahrscheinlich werden wir auf die gleiche Weise den Namen unseres Gegenübers erfahren.

Probieren Sie es bei der nächsten Gelegenheit doch einfach/ mal aus und Sie werden sehen, dass Sie Japanisch und japanische Kommunikation gleich ein bisschen besser verstehen werden.

Zum Abschluss noch einmal eine Zusammenfassung der verwendeten Vokabeln für Ihr Vokabelheft oder Ihre Vokabelkarten:

◯◯です。◯◯ desu.
[◯◯ desɯᵝ]
hier: „Ich bin…“
はじめまして。hajimemashite.
[hadʑimemaɕite]
„Es freut mich Sie kennenzulernen.“
(wird verwendet, wenn man jemanden das erste Mal sieht)
よろしく お願い します。
(よろしく おねがい します。)
yoroshiku onegai shimasu.
[joɾoɕi̥kɯᵝ oneŋai ɕimasɯᵝ]
Floskel, die ausdrückt, dass man sich mit dem Gesprächspartner eine wohlwollende Zusammenarbeit erhofft

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